Von Leidensdruck und Hoffnung

Die Tatsache, das man feststellt das man Dick ist, reicht im Normalfall nicht wirklich dazu aus eine Veränderung zu vollziehen. Eine rationale Einsicht allein das etwas nicht in Ordnung ist, bringt hier nicht viel. Kaum jemand wird mit dem Rauchen aufhören oder mit Sport anfangen, nur weil die Waage ein paar Kilo zuviel anzeigt.

Auch allein der Leidensdruck schafft keine Veränderung. Abnehmversuche haben viele noch und nöcher hinter sich. So ein Abnehmversuch geht ja noch, wenn man am Anfang ist. Also so in den ersten 5 Minuten. Wenn sich dann die gewünschten Erfolge nicht einstellen oder nach Anfangserfolgen eine lange Stagnation einstellt, ist es mit der Motivation schnell vorbei.

Die Folge ist oft Resignation oder gar Apathie. Oder um es anders zu sagen, zum Leidensdruck muss noch eine positive Perspektive hinzukommen. Fehlt diese Perspektive reagieren die Betroffnen anfangs noch genervt. Irgendwann im weiteren Verlauf kippt dann die Position der Betroffenen, so das andere Themen wichtiger werden. Sei es das Nachbarskind, was laufend zu laut schreit oder die der Hund der Löcher in die Wiese vorm Haus buddelt, das ist plötzlich wichtiger als das eigene Problem. Es braucht also Leidensdruck und Hoffnung.

Das hat nichts mit Abstumpfung oder Desinteresse zu tun. Verdrängung, wie dies in so Fällen passiert, ist eine Art „psychische Notwehr“ bei Problemen, wo man denkt, nichts daran ändern zu können.

Nicht-Dicke sagen hier sicherlich nur „Ausreden“, „Nichts als Ausreden“. Den Zahn kann man diesen aber auch leicht ziehen. Wie ist das nochmal mit den Veränderungsfantasien zum Jahresende, die oft trunken, manchmal auch betrunken beschlossen werden. Diese Neujahrswünschewelle schappt Jahr für Jahr über die Fitnessstudios. Anfangs noch mit Elan. Dann trifft sie auf das ungemütliche Nieselgrau draußen. Dann sagt man sich, das man ja eigentlich doch schon ziemlich viel gemacht hat. Und Plopp umgibt die heimische Couch dieses seltsame bisher nicht wissenschaftlich nicht fassbare Schwerkraftsfeld.

Nach meiner Erfahrung reicht, es wirklich nicht das die Waage zuviel aufzeigt. Auch einfache gesundheitliche Beschwerden reichen dazu bestenfalls kurzfristig die Aufmerksamkeit auf das gesundheitsbedrohlche Thema zu schwenken.

Wenn es so ist, das einem die Gelenke sowohl an Hüfte als auch am Knie wehtun. Man bei geringster Belastung durch sein Asthma gefühlt endlos dauernde Hustenanfälle bekommt oder es einem selbst schwerfällt richtig Luft zu holen – atmest Du noch oder ziehst Du Nenebluft? -, dann kann man fällt es einem Schwer die Probleme zu verleugnen. Und das jedes Kilo weniger die Probleme besser macht, wird einem auch klar.

Ach, guckt mal da drüben die Katze… ist die nicht niedlich?

Foto: pusteblume-löwenzahn-himmel-blume-463928 von Blickpixel auf pixabay.com nach Pixabay-Lizenz

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