02.03.2021

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Ich bin schlank, man sieht es nur noch nicht!

Zu meinem Asthma kam ich nicht ganz freiwillig. Eine Erkältungssaison, ein Infekt jagte den anderen und meine damalige Hausärztin meinte, dass ein „Hier haben Sie mal eine Krankschreibung und holen sie sich was Gutes aus der Apotheke“ reichte. Auch das ich darauf hingewiesen hatte, dass das mit ein Erkältungsinfekten nun schon Monate geht, änderte nicht.

Irgendwann waren die Infekte überstanden und ich wollte wieder laufen. Mit dem großen Haken: Ich stand nach einigen Kilometern an der Blauen Kuppe und hustete mir die Seele aus dem Leib.

Die Hustenanfälle kamen immer schneller bei Belastung.

Wieder bei meiner damaligen Hausärztin, kam dann nur ein erstauntes „Oh, da könnte wohl ein Etagenwechsel stattgefunden haben.“

Beim Lungenarzt kam dann die Diagnose „Asthma Bronchiale“. Mein damaliger Lungenarzt war ein Top-Arzt. Die Praxis war zwar 70 Kilometer im thüringischen Erfurt entfernt, aber ich fuhr eigentlich gerne dort hin. Schon allein, weil der Arzt anders war als andere. Er wollte Patienten auf Augenhöhe.

Eine Schulung brachte dann alles näher, was man zu der Krankheit wissen musste. Und die Quintessenz war: Man kann mit Asthma ein ganz normales Leben führen, wenn die Krankheit und die Medikamente richtig eingestellt sind.

Und tatsächlich, wie es der Doc prognostiziert hatte konnte ich einzige Zeit später wieder mit dem Training beginnen.

Schön wäre gewesen, wenn die Story hier zu Ende gewesen wäre.

Bei einem Termin setzte man auf einen Inhalator mit einem geringeren Kortisonanteil. Und wenig später fingen die Probleme wieder an.

Und um es noch interessanter zu machen wechselten in der Lungenpraxis die Gesichter. Vier weitere Termine, vier verschiedene Vertretungsärzte. Die Antwort war aber vom Sinn her gleich: „Ja, da hat sich was verschlechtert, aber wir kennen Sie gar nicht so gut, besprechen sie das mal besser mit ihrem behandelnden Lungenarzt, der kennt sich da genauer aus.“

Es folgte Beschwerde bei der der Praxis. Trotzdem war mein Arzt verschollen. Und meine Probleme wurden stärker.

Mittlerweile begannen die Probleme meinen Alltag zu beeinflussen. Treppensteigen = Hustenanfall, ein längeres Stück angestrengt gehen = Hustenanfall, meine Mutter im Bett umkleiden = Hustenanfall.

Such mal einen Facharzt in der Nähe der noch Patienten aufnimmt. Wir haben zwar vor Ort einen Lungenarzt, aber bis ich soweit war das ich mich an diesem wendete kam Corona.
Praxen zu. Immer wieder angerufen. Irgendwann hieß es das neue Termine erst ab Ende Juni vergeben werden. Wieder gingen Monate ins Land. Endlich der Anruf mit Termin. Aber auch das hieß noch satte drei Monate warten.

Beim Lungenarzt angekommen ging es wieder in die ungeliebte Kabine. In engen Räumen fühle ich mich unwohl. Ich kann auch kein MRT machen, weil ich in dieser Röhre, selbst wenn diese so groß ist, das ich reinpasste Platzangst bekomme.

Der erste Test schlug fehl. Spray nehmen.

Nach etwa zehn Minuten der zweite Versuch. Das ging besser, wenn auch nicht gut.

In der Wartezeit auf den Arzt wurde noch ein Allergietest gemacht. Nein, es hatte sich nichts geändert, keine Allergie.

Dafür waren die Bronchien so zu, dass der Doc die Cortisonmenge vervierfachte. „Wir prüfen das jetzt mal bis zum nächsten Termin. Wenn besser, dann gut. Wenn nicht, dann müssen wir über Klärung in Lungenklinik nachdenken.“

Das ist jetzt fast sechs Wochen her. Und ja es geht mir besser. Leider auch so gut, das ich merke das mein Husten nicht nur vom Asthma kommt. Bei manchen Anfällen ziehe ich so Nebenluft, dass sich der Bauch aufbläst, das es schmerzt. Danach kann ich perfekt Winde gehen lassen. Leider ist es so, dass da eine Stelle ertastbar ist, die im Bereich des Magens hart ist. Reizdarm, Reizmagen, Reflux oder gar Geschwür. Etwas was abzuklären ist. Jetzt kann ich es ja, durch den Tod meiner Mutter – so makaber es mir selbst vorkommen mag – habe ich da nun freie Bahn.

Auch wenn es heute immer noch sehr unrealistisch erscheint. Mein Ziel ist immer noch irgendwann wieder eine Stunde locker durchlaufen zu können und am Ende noch zu lächeln. Dank meines neuen Lungenarztes bin ich hier zumindest wieder in einem Teil auf einem besseren Weg.

Bild: Canva App auf Android

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