Ikariam – Quo Vadis in 2021?

Das Spiel Ikariam ist mittlerweile schon 13 Jahre alt. Ein Multiplayer mit Städtebau und Herrschaftsyndrom. Eine lange Zeit für ein Spiel, auch wenn es in dieser Zeit zahlreiche Preise eingeheimst hat.

Was ist eigentlich Ikariam?

In Ikariam landest Du irgendwo in der Antike und baust Deine Stadt auf. Rathaus, Lager, Taverne, all das was Du so für eine funktionierende Stadt benötigst. Natürlich brauchst Du dafür auch Rohstoffe, die werden auf der Insel abgebaut. Um die Rohstoffquellen auszubauen, sollten die Bewohner einer Insel zusammenarbeiten. Natürlich gibt es auch Militär und somit kann man Gegner angreifen oder in Allianzen glorreiche Schlachten schlagen.
Das letzte große Feature war wohl die Piraterie, wo Piraten im Namen deines Reiches auf Kaperfahrt gehen und am Ende einer Wertungsperiode man, so man sich in einem der vorderen Ränge der Piraten einsortieren kann, mit Reichtümern in Form von Rohstoffen und Gold überschüttet wird.

Was mit an dem Spiel gefallen hat das Du entsprechend Zeit zum Reagieren hattest. Das man viel mit Kniffen und Tricks hinbekommen hast, selbst wenn dir eine übergroße Macht gegenübersteht. Es gibt große Schlachten die Du nur mit Taktik, List und Tücke bestehen kannst. Und man kann das Spiel im Team spielen.

Besonders Spaß haben die sogenannten Kriegsserver gemacht. Auf einem Kriegsserver lief alles in mehrfacher Geschwindigkeit. Das machte schon wirklich Spaß, zumal die Allianz, die eine Spielkollegin und ich gemeinsam leiteten immer zu den kleineren Allianzen gehörten, die den Platzhirschen regelmäßig kräftig eins ausgewischt haben.

Warum hast Du mit dem Spielen dann aufgehört?

Zum einen ist das Spiel eine Zeitfrage. Es frisst – insbesondere, wenn du in einer Allianz spielst und Schlachten mitmachst – schon mal schnell Stunden und das ungeplant.

Irgendwie hatte ich auch die Unfairness des Spiels etwas satt. Der Betreiber der Server sagte immer das Cheaten unmöglich sei. Den letzten Kriegsserver hat unsere Allianz „Band of Raiders“ haushoch gewonnen. In der Einzelwertung stellten wir über die Hälfte der Top 10.

Nicht das ihr mich oder meine Allianz nun bewundert. Nein, wir haben einfach mal genauso falsch wie unsere Gegner gespielt. Farmaccounts, Multis, Zeitpläne wo ein Piratenkapitän alle Punkte holte und sich somit unschlagbar machte und am Ende die Plätze am Rohstoffhimmel verteilt hat. Glorreich war das nicht.

Fakt war aber das neben mir noch zwei weitere Spieler hinter insgesamt rund 50 % der Accounts des Kriegsservers standen und dank IP-Maskierung das angeblich so sichere Spiel ad absurdum geführt wurde. Cheaten war ja unmöglich. Für mich war mit diesem Server der Reiz am Spiel vorbei.

Vor nun einigen Tagen stieß ich da ich mich in einem alten Microsoft-Account einloggen musste auf unsere alten Skype-Chats. Und war verdutzt das es das Spiel immer noch gab. Ich meldete mich an und landete auf dem Server Orpheus.

Ein kleiner Neuanfang

Wirklich was geändert hatte sich am Spiel nicht. Man baut immer noch seine Stadt auf, erstellt Koloniestädte auf anderen Inseln. Nur was mich frustrierte das ich bei diesem noch recht jungen Server irgendwo im Niemandsland gelandet bin. Vollbesetzte Inseln mit lauter Level1-Accs teils im Urlaub, teils schon inaktiv, keine Rohstoffe ausgebaut, weit entfernt von anderen aktiven Spielern.

Klar ich könnte meine Städte auf andere Inseln beamen. Ambrosia sei dank ist das möglich. Aber Ambrosia kostet Geld. Ich verfolge die Highscore die ich hinaufwandere. Die Liste der Angreifer und Verteidiger und frage mich, ob es einen Friedenspakt auf diesem Server gibt. Es tut sich kaum was.

Rohstoffe baue ich nicht ab. Ich farme die fremden Farmaccounts. Das spart Menschen, den Menschen die nichts in Forschung, Armee oder als Priester tun oder in den Minen oder im Wald arbeiten, bedeuten Gold. Gold für die ich mir Handelsschiffe oder Rohstoffe kaufen kann. Letzteres nur, so man denn Handelspartner findet.

Wo sind die Probleme?

Von den Spielern in den Highscores sind mir nur noch wenige Namen bekannt. Vermutlich haben die Spieler – so sie denn noch von früher Spielen – sich andere Namen zugelegt. Ein Teil wird sicher neu sein und meine ruhmreichen Taten von früher nicht kennen. Zum Zusammenspielen sind diese zu weit weg… wenn ich mit meinen Kriegsschiffen 12 Stunden anreisen muss um gemeinsam was zu machen, ist das nicht gerade attraktiv.

Was mir fehlt ist die Entwicklung im Spiel. Ich meine nicht nur dass es im Spiel ab einem gewissen Punkt nur schleppend vorangeht. Sondern auch, dass sich in den letzten Jahren nicht wirklich etwas getan hat. Kaum Neuerungen, kaum Dinge die geändert wurden. Klar, das macht es nach so langer Pause einfach sich in der Welt von Ikariam wieder zurecht zu finden.

Bei jedem anderen Spiel was so lange lebt, kommen innerhalb von 5 Jahren neue Features dazu oder es wird am Spielsystem was geändert. Nur hier hatte ich das Gefühl alles so wieder vorzufinden, wie ich es vor etwa fünf Jahren verlassen hab. Ein gutes Zeichen? Eher nicht.

Auch in der Neuzeit ist das Spiel nicht angekommen. Es gab mal eine funktionierende App auf Android. Die App ist noch im Playstore, aber spielen geht mit dieser nicht mehr. Und im Browser auf dem Handy ist das Spiel dank diverser Darstellungsfehler und Scrollproblemen einfach nur ein Graus. Schade eigentlich.

Blick in die Zukunft

Ob ich das Spiel weiterspiele? Gute Frage. Wenn ich noch Zugriff hätte auf einem meiner alten Accounts auf Pi oder später Alpha dann würde ich vielleicht öfter reinsehen. So bin ich nicht sicher, ob ich dem Spiel treu bleiben kann. Die Zahl der aktiven Spieler scheint auf jeden Fall drastisch gesunken zu sein, und damit steht und fällt ein Multiplayeronline-Spiel nun mal. Ich bin mir nicht mal sicher ob in fünf Jahren noch Server mit dem Spiel laufen.

Links

Einladungslink

Falls Du Lust haben solltest Ikariam gemeinsam mal anzutesten, sende ich Dir gerne einen Einladungslink, damit Du auf Orpheus auf eine Insel in meiner Nähe kommst.

Bild: Ikariam/Gameforge

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Norbert Beck

Author: Norbert Beck

Einst war er schlank, man sah es aber nicht. Dann befiehl ihn der Spirit of the Hawk. Nun ist er nur noch Norbert Beck und will eigentlich nur eins: Gesund werden.

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