03.03.2021

norbx.de

Ich bin schlank, man sieht es nur noch nicht!

Warum Politiker die besseren Comedians sind

Gerichtsvollzieher dürften froh sein, dass es Politiker gibt, somit ist zumindest gewährleistet das zumindest ein Berufsstand noch unbeliebter ist als der Eigene. Traurig das es so eine Schadensfreude überhaupt geben kann. Aber noch schlimmer dürfte es da die Comedians treffen…

Ey, habt ihr es auch schon gemerkt? Die Politiker übernehmen mehr und mehr deren Arbeit. Was waren das noch für Zeiten, wo ein ernsthafter Comedian sich noch Gedanken über einen Gag machen musste. Die Politiker hauen Sachen raus und das mit einer Frequenz, da kommste als professioneller Komiker gar nicht mehr mit.

Nehmt doch mal diesen Bayernkönig. Nein, ich mein nicht den Hoeness. Ich mein den Bayern-Söder. Der feiert sich für die Vorreiterrolle in der Coronapolitik. Immerhin liegt Bayern im Trend der übrigen Bundesländer was zurückgehende Inzidenzen angeht. Aber umgekehrt sind mindestens 3 Kreise und Städte in den letzten Tagen permanent in den Top 10, was die Höchstwerte angeht. Ist auch klar, kennen wir schon vom Fußball. In Bayern will man halt überall vorne mitspielen, egal ob es was zu gewinnen gibt oder nicht.

Oder dieser Spahn. Man hat der es drauf. Da lief ihm gestern noch die Soße vom Impfversagen über die Füße und kaum droht das Vergessen zu werden, haut der mal eben so kostenlose Coronatests für alle raus. Die Apotheker wissen nicht, ob sie lachen oder weinen sollen, denn diese haben zumeist weder die Räumlichkeit noch die notwendige Manpower dies zu bewältigen. Aber bis zum 1. März ist ja noch ein bischen hin, schließlich hat er ja keine Jahreszahl genannt.

Bei uns im Hessenländle ist bald Kommunalwahl und überall hängen wieder die Plakate mit den Wahlversprechern. Obwohl, hier hatte ja einst Loriot schon gesagt: „Ich liebe Politiker auf Wahlplakaten. Sie sind tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.“ Wobei einige Bilder auf den Plakaten aussehen, als ob es sich um Fandungsbilder der Ermittlungsbehörden handeln würde.

Ein Element von Comedys ist es Häppchen zu bieten und dann kurz bevor man die Finger dran hat, wird das Häppchen weggezogen. Auch hier bietet Corona das beste Beispiel: Die Politik schwört ganz Maskendeutschland darauf ein: 50 das ist die Zahl. Wenn die Inzidenz 50 erreicht, dann darfst Du wieder zum Friseur. Die Zahlen sinken und Schwupps wird das Häppchen weggezogen. 35 ist dann die neue 50… nur ein Schelm kommt drauf, was passiert, wenn die Zahlen auf die 35 zugehen, dann ist 10 die neue 35… wetten das?

Wobei habt ihr den Fehler in der Aussage der Politiker auch schon bemerkt? Ab 1. März haben die Friseure wieder offen. Also bei mir haben die Friseure erst ab 2. März wieder offen. Der erste März ist ein Montag und Montags haben zumindest bei uns die Friseure geschlossen.

Also ich find’s praktisch, wie da gerechnet wird. Wenn meine Stadt zukünftig bei uns pro Quartal 50 Euro Müllgebühren haben will, zahle ich nur 10 Euro. Ist doch logisch… 10 ist 35 und 35 ist 50, damit ist alles erklärt.

Wobei mir da einer einfällt:

Herr Lauterbach fährt mit dem Zug, neben ihm sitzt Fritzchen und hat die Earpods drin. Meint Herr Lauterbach zu Fritzchen. „Die Zeit bei einer Bahnfahrt würde doch viel schneller vorbei gehen, wenn man sich miteinander unterhalten würde.“ „Ok, über was wollen Sie sich den unterhalten?“, fragt Fritzchen. „Wie wäre es mit der aktuellen Corona-Lage?“, schlägt Herr Lauterbach vor. „Darf ist erstmal was anderes fragen?“, möchte Fritzchen gerne wissen. „Ja, gerne.“ Fängt Fritzchen an: „Ein Reh frist Gras, eine Kuh frist Gras. Wenn die beiden machen kommen bei Reh das Ah-Ah als kleine Kügelchen raus, bei der Kuh als dicker Fladen. Warum ist das so?“ Herr Lauterbach grübelt. „Keine Ahnung, warum willst Du das denn Wissen?“ „Na, sie wollen sich mit mir über Corona unterhalten und haben nicht mal von einem einfachen Thema wie Scheisse Ahnung.“

Also nicht, dass Herr Lauterbach nun keine Ahnung hat. Aber er ist schon eine spezielle Sorte Comedian. Kaum das man ihn sieht, weiß man das Grauen ist nicht fern. Irgendwie habe ich immer das Bild aus Herr der Ringe im Kopf, wo der besessene König Theoden Gandalf begrüsst: „Warum sollte ich dich willkommen heißen, Gandalf Sturmkrähe…“ Gut der Mann kann ja nix dafür, man hält ihm nach eigener Aussage ja immer ein Mikrofon hin und was will er da dann schon machen? Gut, man könnte ja auch einfach mal nichts sagen. Aber das Mikrofon ist ja da.

Aber irgendwie bewundere ich den Mann. Ich habe noch nie jemanden kennengelernt, der in so vielen schillernden Farben schwarzmalen kann.

Es ist wie es ist… Politiker sind doch einfach die besseren Comedians.

Bild: Norbert Beck

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