Wer hat Angst vorm bösen Wolf – Isegrims gefürchtete Rückkehr

Er ist wieder da! Der Wolf zieht wieder durch unsere Lande. Bei uns im Kreis haben vor wenigen Tagen ein Bürgermeister einer Kleinststadt, sowie sein Amtskollege aus einer benachbarten thüringischen Gemeinde, die Leute scheu gemacht, wegen Tierrissen, die potentiell von einem Wolf kommen könnten. Letztlich hat sich der Verdacht nicht bestätigt, aber die Diskussion die darüber entstand fand ich schon recht fragwürdig.

Die Quintessenz war quasi: Das Vieh muss weg. Der böse Wolf. Was der mit den armen Schafen, Ziegen und Rindviechern macht, das geht so nicht und was wenn dieser meinen Kindern…? Tötet das Tier! Sofort.

Ich kam mir virtuell nicht mehr unter Menschen vor, sondern wie unter einem mittelalterlichen Mob der mit Spießen, Harken und Fakeln gegen das Haus der bösen Hexe vorzog.

Bleiben wir doch mal sachlich:

Der Wolf gehört nicht hier her!

Wer diese Meinung vertritt macht es sich etwas einfach. Schon immer lebten hier in Europa Wölfe. Das einzige was nicht funktionierte, war die Tatsache das der Mensch und der Wolf nicht gut zusammen können. Dies hat letztlich fast zur Ausrottung der Wölfe geführt. Der Wolf wurde verfolgt und getötet, wo immer man ihn sah, war er doch ein Konkurrent um Nahrung und eine scheinbare Bedrohung.

Der Umweltschutz macht es sei den 2000er Jahren wieder möglich, das der Wolf sich wieder in Deutschland ausbreitet. Waren es Anfangs nur Einzeltiere, so findet man heute vor allem in Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen mittlerweile über 120 Rudel, wenn die Angaben des Nabu stimmen.

Der Wolf und die Nutztiere!

Mehr Wölfe bedeuten auch mehr Übergriffe. Nicht ganz 3.000 Nutztiere die getötet, verletzt oder vermisst wurden, werden dem Wolf zugerechnet.

Wenn es vermehrt Schäden gab, dann meist in Gebieten, die der Wolf neu als Revier erobert und wo die Tierhalter bisher auf das Raubtier nicht eingestellt waren. Werden Schutzmassnahmen ergriffen gehen auch in der Regel die Risse zurück.

Denen die Jammern, das der böse Wolf nun ein Kalb gerissen hat oder ein Schaf, sei mal eins gesagt: Esst ihr nicht? Glaubt ihr das Wölfe sich von Luft und Liebe ernähren?

Verliert jemand Vieh durch einen Wolf kann er mit Ausgleichszahlungen rechnen. Diese staatlichen Zuschüsse, stehen nicht nur beruflichen Tierhaltern zu, auch Hobbyhalter haben in den meisten Bundesländern einen Anspruch auf Ausgleich.

Der Wolf und der Mensch!

Der Wolf ist für den Mensch im Normalfall ungefährlich. Ein gesunder Wolf greift nur selten Menschen an.

Eigentlich gibt es nur drei Gründe, warum ein Wolf angreift. Tollwut, Provokation oder er wurde mit Futter gelockt. Da Deutschland fast Tollwutfrei ist, sind die wahrscheinlichsten Punkte die Gewöhung an den Menschen verbunden mit Positivreizen, z. B. durch füttern.

Der Mensch – nicht mal Kinder – gehören zum Beuteschema des Wolfs. In der Regel wird ein Wolf einen Menschen ignorieren, da er in diesem weder was zu fressen, noch eine Bedrohung sieht.

Was wenn man einen Wolf trifft?

Machen Sie sich bemerkbar, sei es durch reden, rufen oder Händeklatschen. Dabei entfernen sie sich langsam. Aber laufen Sie nicht weg und sehen sie immer nach dem Wolf.

Weglaufen könnte als Fluchtverhalten interpretiert werden. Und hier könnte sich der Wolf genauso, wie unsere Freunde die Hunde verhalten.

Folgt einem der Wolf immer noch kann man versuchen durch Werfen von Steinen und Stöcken versuchen den Wolf zu vertreiben. Pfefferspray kann man auch nutzen, man sollte aber im Umfang mit diesem geübt sein, sonst setzt man noch eher sich selbst als den Vierpfoter außer Gefecht.

Aber eins ist immer Besonders wichtig: Respekt! Ein Wolf ist kein Kuscheltier!

Der Wolf und der Hund

Hunde sind Verwandte des Wolfes. Und Wölfe können noch immer mit Hunden kommunizieren.

Die Tatsache das Hunde nahe Verwandte des Wolfs sind, können zu Problemen führen. Der Hund ist ein Konkurrent.

Hunde machen überall ihr Geschäft. Aus der Wolfs-Perspektive eine Frechheit. Den das Urinieren heißt die Hunde markieren ihr Revier und das wohlmöglich genau da, wo der Wolf wohlmglich sein zuhause hat.

Der beste Schutz für den Hund ist der Hundedführer selbst. Der Wolf interessiert sich für seinen Verwandten, nicht für den Menschen. Sollte es also zu einem Zusammentreffen kommen, sollte der Hundbesitzer seinen Hund zurückrufen und an die Leine nehmen und vom Wolf fernhalten.

Und dann begeben sie sich, wie zuvorbeschrieben aus der Gefahrenzone.

Einen Kampf zwischen Wolf und Hund sollte man vermeiden. Wölfe sind in der regel schneller und können mechanische Zusammenhänge besser begreifen. Dazu kooperieren sie im Rudel besser als Hunde. Und nicht zuletzt durch die natürliche Selektion sind Wölfe meist in allen Bereichen dem domestizierten Verwandten überlegen.

Schlusswort

Ich hoffe, das ich mit diesem Vielleicht hat die Angst vor dem Wolf auch mit alten Myhten zu tun. Als Fabelwesel Isegrim, wird der Wolf als feudaler Baron dargestellt, der Kraft symbolisiert, aber auch Gier, Grimmigkeit, Bösartigkeit und Rücksichtslosigkeit.

Die Bibel stellte den Wolf als das Sinnbild für das Böse dar, mit Satan seinem Hirten.

Ich hoffe, das ich etwas die Angst vor unserem alt-neuen Mitbewohner in Wald und Flur etwas nehmen konnte und das etwas mehr Verständnis für den nächsten Verwandten des besten Freund des Menschen einkehrt.

Bild/Layout: canva

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Norbert Beck

Author: Norbert Beck

Einst war er schlank, man sah es aber nicht. Dann befiehl ihn der Spirit of the Hawk. Nun ist er nur noch Norbert Beck und will eigentlich nur eins: Gesund werden.

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