Diskussion und Kultur

Die Flatrate im Tageverlauf

Schaltet doch mal morgens das Fernsehen an. Im Halbstundentakt kommt dann das Morgengrauen. Inzidenzen, Tote, Regeln, dazwischen Politiker und Experten, einer expertischer als der andere… Flateratemässig geht das dann bis weit in den Vormittag, bis dann das Mittagsmagazin kommt. Abendes dann erst die Sondersendung, die das geplante Programm ausfallen lässt, dann die Nachrichten die einem wieder in die Spur bringen, danach noch ein Spezial, bis dann die Talkshows anfangen, die genau das selbe Thema vorwärts und rückwärts beleuchten. In der Regel fast immer mit den üblichen verdächtigen Diskutierenden. Danach verabschieden wir und dann ins Bett und wovon sollen wir bitte Träumen, wenn den ganzen Tag nur grau und schwarz gemalt, wurde… Bingo… selbst da lässt uns das Thema nicht mehr los.

Besonders Cool wird es wenn das Spezial nach 20:15 auf der ARD kommt und sämtliche regionalen und Spartensender mitziehen. ARD, BR, HR, MDR, NDR, SWR, SR, Radio Bremen, WDR, Alpha, Tagesschau24 und ONE. 12 Sender – ein Programm. Das nennt man dann Meinungsvielfalt.

Ich kann die Medien ja verstehen. Die meisten Nachrichtenmacher verdienen mit Nachrichten ihr Geld. Und Geld verdient man nur, wenn man das Topthema aufgreift.

Was ist mit den anderen Themen?

Nur frage ich mich, wenn ich mir das so ansehe: Gibt es auf dieser Welt keine anderen Themen mehr. Klimawandel, Kriege, Brexit, Poltische Dispute… das wurde alles eingestellt. Gut, natürlich würde mir das erklären wieso es kurz vor Frühlingsbeginn plötzlich arschkalt in diesem Land wurde und Schneemassen in weiten Teilen alles lahm legte. Aber bei allem Leid, bei aller Tragik, die Welt besteht nicht nur aus Corona. In kriegerischen Konflikten wird noch immer geschossen und es wird noch immer Gestorben, noch immer sind Menschen auf der Flucht, immer öfter treten auf der Welt Naturextreme auf und und und…

Ein wenig mehr verschiedene Meinung!

Und was halt auffällig ist, ist eine gewisse Leidenschaftslosigkeit. Wie ein Protokoll werden Infos, sei es von Wissenschaftler oder Politiker runtergespult. Eine andere Meinung zeigen, heißt dann wenn man mal einen Politiker der FDP, gelegentlich auch mal der AFD ans Mikrofon holt, quasi um zu Zeigen das andere Meinung ja gar nicht geht und nur von Minderheiten, Schwurblern oder Rechten kommen kann.

Wenn ich zur Zeit etwas peinlich finde, das eine Bildzeitung mit ihren Inhalten die oft genug ungenau recherchiert sind und gerne mal populistisch aufgezogen werden, wirklich hinterfragt, während man bei den meisten anderen Medienvertretern schon ganz gut das Gefühl hat, das man nur ein 08/15-Programm runterspult ohne sich mal die Mühe zu machen zu reflektieren oder zu recherchieren ob es noch andere Meinungen und Ideen von Experten gibt.

Ich spreche hier bewusst nicht von Einheitsmedien oder gleichgeschalteter Presse. Sowas gibt es bei uns um Land nicht. Ich möchte es auch nicht überbewerten. Ich finde es lediglich einfach nur Schade das es hier nicht ausgewogener zugeht. Etwas weniger Dauerberieselung, etwas mehr auch von den anderen Themen und wenn etwas differenzierter, das wäre toll. Und es wäre auch unserer Diskussionskultur sehr zuträglich.

Bei Risiken und Nebenwirkungen…

Natürlich besteht bei so Aktionen die Gefahr, das Schwurbler, Rechtsgesinnte und dergleichen, nicht verstehen, das es sich hierbei um Ironie, Satire und Sarkasmus handelt, glauben das man ihnen nahestehen würde. Oder das man diesen in die Hände spielt. Allerdings so Risiken bestehen immer, dann dürfte man keine Kritik mehr äußern nur wegen dieser nicht zu verhinderten Gefahr, das ein Dritter aus seiner Schöpfung etwas anderes macht.

Die Frage die sich hier stellen würde, müsste man nicht alle Gesetze, Verordnung und Abstimmungen, wo die AFD zugestimmt hat, nicht auch sofort rückgängig machen, weil man so ja einer Partei zustimmt, die man allen – außer den Betroffenen – einvernehmlich den rechten Spektrum zuordnet? Ach, das ist Bullshit? OK, dann ist es die Einordnung solcher Aktionen auch, insbesondere wenn die Teilnehmer der Aktion sich nicht dem Spektrum zuordnen, in dessen Schublade sie gesteckt werden sollen.

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Norbert Beck

Author: Norbert Beck

Einst war er schlank, man sah es aber nicht. Dann befiehl ihn der Spirit of the Hawk. Nun ist er nur noch Norbert Beck und will eigentlich nur eins: Gesund werden.

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2 thoughts on “Diskussion und Kultur

  1. Schon dadurch, dass Du zu einer Rückkehr zur Diskussionskultur aufrufst, machst Du Dich in den Augen vieler verdächtig. Diskutieren heißt, die Argumente des anderen ernst zu nehmen und dabei seinen eigenen Standpunkt zu überdenken.
    Genau das wird aber von einigen Leuten nicht gewünscht, da dadurch der Absolutheitsanspruch der eigenen Meinung infrage gestellt wird.

  2. Hallo Dirk,
    das Problem ist Gefühlt eher das denken anstrengt und selbst denken auch nicht mehr gefragt ist. Viel zu unreflektiert werden Meinungen Dritter einfach als die eigenen übernommen und das nicht nur bei den sogenannten Schwurblern.
    Natürlich ist es auch nicht gefragt zu Diskussionen aufzurufen. Da muss man sich mit anderen auseinandersetzen. So funktioniert aber Demokratie nun mal. Würde diese Linie scharf fortsetzen müsste ich sogar sagen, das Menschen die nicht Diskussionsfähig sind, eine Gefahr für die Demokratie darstellen. Ein Trend den man leider immer mehr beobachten kann, auch bei unseren Politikern. Nur diese Wundern sich dann das dann die Stimmen bei Extremen gleich welcher Art landen, man aber nicht erkennt, warum dies geschieht und macht einfach so weiter wie bisher, denn das was man gemacht hat ist ja richtig.
    Das finde ich schade. Nein eigentlich nicht nur das, sondern sogar bedenklich.

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