Hier ist eine Überarbeitung deines Textes. Ich habe die „KI-typischen“ Satzstrukturen – dieses klassische, abwägende „einerseits, andererseits“ und die glatten Überleitungen – rausgeworfen. Stattdessen habe ich den Fokus auf den „Karli Katur“-Stil gelegt: direkter, eckiger, mit mehr Fleisch an den Knochen und weniger Floskeln.
Wer sich hier zwischen Werra und Meißner rumtreibt und Geschichte schreiben will, der kommt am Bergbau nicht vorbei. Das ist kein Thema, das man mal eben abhandelt; das steckt im Boden, in den Sagen, in den Lebensläufen der Leute. Wer über den Meißner schreibt, ohne den Dreck unter den Fingernägeln zu spüren, der schreibt am Leben vorbei.
Und dann ist da dieser Hype um die „Wunderwaffe KI“. Von allen Seiten hört man es – selbst von Leuten, die sonst die Technik meiden: „Nimm doch ’ne KI! Das geht doch zack-zack, das schreibt dir ganze Bücher, das macht dich ohne Schweiß zum Bestseller-Autor.“
Ganz ehrlich? Wer so einen Quark erzählt, hat noch nie versucht, mit einer Maschine wirklich ein Buch zu schreiben. Ich hab’s versucht. Ich hab mir Hilfe geholt, dachte, ich mach mir das Leben leicht. Ich hab Gems geschraubt, die befehligt, Regeln gefüttert, Parameter gesetzt, Tonalitäten vorgegeben – das volle Programm. Technisch läuft das auch, keine Frage. Aber sobald es darum geht, einen Text zu produzieren, der nicht nach Hochglanz-Werbeprospekt schmeckt, ist Schicht im Schacht.
Das Grundproblem ist die instinktive Tendenz der Maschine zum Mittelmaß. Die KI will niemanden verschrecken, die will gefallen. Die ist wie dieser eine Arbeitskollege, der zu allem „Ja und Amen“ sagt, nur um bloß nicht anzuecken. Das Ergebnis? Ein Deutsch, so glattgebügelt, dass man beim Lesen fast vom Text abrutscht. Formelhaft, langweilig, völlig ohne Ecken und Kanten. Ein Buch ohne Ecken ist wie eine Currywurst ohne Curry – man wird zwar satt, aber Freude kommt nicht auf. Es fehlt das Salz, es fehlt der Charakter.
Dazu kommt: Die KI kapiert keine Zwischentöne. Eine gute Geschichte, gerade hier regional verwurzelt, lebt von Ironie, von Sarkasmus, von dem Blick durch die Hintertür. Grammatik? Kann sie besser als ich. Aber das Augenzwinkern hinter einer Bemerkung? Fehlanzeige. Wenn ich versuche, einen Witz einzubauen, serviert mir die Maschine den so trocken wie Salzkartoffeln ohne alles. Da warte ich vor dem Bildschirm auf die Pointe, aber die Software starrt mich nur mit ihren digitalen Augen an und fragt sinngemäß: „War das wichtig?“
Und wo wir gerade dabei sind: Die Sache mit der „Seele“. Eine KI kann mir das Lexikon über den Meißner runterbeten. Geologie, Jahreszahlen, Fakten – alles präzise. Aber die Schicksale der Leute, die da geschuftet haben? Die werden nicht greifbar. Das ist wie bei einem Touristen, der ein Foto vom Dorf macht, aber nie in der Kneipe saß und den alten Einheimischen zugehört hat. Die Maschine war nie da. Sie hat es nicht gefühlt.
Richtig haarig wird es aber, wenn die KI stur wird. Und das passiert öfter, als mir lieb ist. Nehmen wir die Grube Gustav. Ich füttere das Ding mit sauber sortiertem Material, alles paletti. Und was macht die Software? Behauptet steif und fest, dort sei mit Dynamit gesprengt worden. Ich weise sie auf die Jahreszahl hin, erkläre ihr, dass Dynamit erst fünfzig Jahre später erfunden wurde. Was macht sie? Sie beharrt darauf. Da diskutiere ich nicht mit einer Enzyklopädie, sondern mit einem sturen Esel, der mir Lügen als Fakt verkauft.
Manchmal erfindet sie auch einfach Zeug aus dem digitalen Nirgendwo, weil sie eine Lücke füllen will. Da war diese Geschichte mit dem „Schaf an der hohen Linde“. Plötzlich behauptet die KI, Frau Holle hätte da ein freches Kind kurzerhand in ein Schaf verwandelt. Klingt fast plausibel, Frau Holle macht ja allerhand Zeug. Aber das ist kompletter Quatsch. Ein Gehirnfurz der Maschine. Und selbst als ich nach der Quelle frage, erfindet sie ein ganzes Märchenkonstrukt, weil sie genau weiß, dass ich das in der Sekunde nicht in meinem Archiv prüfen kann. Das ist nicht nur ein Fehler, das ist eine Frechheit.
Wer also glaubt, die KI schreibt morgen das nächste Meisterwerk, der hat sich geschnitten. Wenn sie überhaupt jemals so weit kommt.
Was sie allerdings kann – und da will ich nicht ungerecht sein –, ist Brainstorming. Als Sparringspartner für Plot-Strukturen ist sie Gold wert. Sie hilft, die eigenen Gedanken zu sortieren, wenn man sich mal wieder im Kreis dreht. Und als Korrekturleser? Da nehme ich das Angebot dankend an. Wortwiederholungen finden, Kommas setzen, Satzfluss prüfen – da ist sie unschlagbar.
Aber wehe, man lässt die Leine locker. Dann schlägt der Glitch zu. Die KI vergisst die Perspektive, sie fängt an, Dinge zu wiederholen, die drei Absätze vorher schon standen. Sie fährt sich fest. Die KI ist im Schreibprozess wie ein Zug der Deutschen Bahn: Kommt gerne mal in der falschen Wagenreihung an, verpasst den Anschluss und am Ende landet man nicht in Berlin, sondern irgendwo im Nirgendwo in einem stillgelegten Betriebswerk.
Sie ist ein Werkzeug, mehr nicht. Man muss die Hand am Steuer lassen. Wenn man das Werkzeug nicht beherrscht, haut man sich damit eher auf die Finger, als dass man was Vernünftiges baut. Der Kurs bleibt bei mir. Auch wenn der Zug manchmal verdammt stur in die falsche Richtung fährt.
